Was ist Ostern? - Ein Erklärungsversuch

von Andreas Mendyk (Kommentare: 0)

Was ist Ostern? - Ein Erklärungsversuch

Die Christen glauben, dass sich der Sohn Gottes, Jesus Christus genannt, an Karfreitag anstelle aller Menschen geopfert hat und dann am dritten Tag, am Ostermontag von den Toten wieder auferstanden ist. 

Um Ostern zu verstehen, muss man zuerst das jüdische Fest Pessach und den jüdischen Glauben verstehen.
Der Grund dafür ist, dass der Sohn Gottes in damaligen Israel als Jude zur Welt kam - daran wird an Weihnachten gedacht.
Als Jude deshalb, da Israel das auserwählte Volk Gottes ist. So wird es in der Thora der Juden und der Bibel der Christen dargestellt.

Aber warum musste sich der "Sohn Gottes" opfern?
Der jüdische und christliche Glaube stellt das kurz gesagt so dar: Der Mensch hat die Beziehung zu Gott verlassen und diese kann nur wieder hergestellt werden, wenn diese Tat gesühnt wird.

Gott hat den Menschen erschaffen um Gemeinschaft zu haben und geliebt zu werden.
Liebe bedarf aber eine Freiwilligkeit und Freiheit ohne Zwang.
Der Mensch hat sich aber dafür entschieden diese Beziehung zu verlassen (Sündenfall im Paradies).
Diese Trennung von Gott nennt die Thora/Bibel Sünde. Aus dieser Trennung heraus tut der Mensch Dinge die aus Gottes Sicht nicht gut sind.

Die Beziehung zu Gott kann aber nicht mehr hergestellt werden, solange der Mensch diese Dinge tut.
Um den Menschen aus diesem "Teufelskreis" heraus kommen zu lassen, musste diese Sünde gesühnt werden.
Was man zur Zeit Jesu dann mit einem großen Opferfest in Jerusalem einmal im Jahr tat, an dem tausende Lämmer geopfert wurden, machte der Sohn Gottes am Karfreitag vor knapp 2000 Jahren für alle Menschen und für alle Zeit wieder möglich: der Mensch kann wieder in eine persönliche Beziehung mit Gott eintreten.

Diese Hoffnung hatten im Grunde auch die Juden zur Zeit Jesu - sie hofften auf den Messias (=Erretter), der das für sie tun sollte. 
Hier trennt sich das Christentum vom Judentum. Die Juden glauben nicht daran, dass ihr Jesus Christus der Messias war und warten weiterhin auf ihn.

Als liebender Gott sühnt er dies anstatt des Menschen und stirbt anstelle des Menschen.
Für die Christen ist Jesus Christus damit das ultimative Opferlamm, das anstatt jedes Menschen am Kreuz starb.
Damit war die Verbindung wieder möglich. Damit diese Verbindung dauerhaft bis über den Tod hinaus möglich wurde, weckte Gott seinen Sohn wieder von den Toten auf. Dem wird am Ostermontag gedacht.

Daher glauben die Christen, dass durch den Tod und die Auferstehung Jesu, auch sie ein Leben nach dem Tod in der Beziehung mit Gott haben.
Also eine ähnliche Situation wie die im Paradies hergestellt wird.

Die Ostersymbole wie Ostereier und Osterhase sind nicht wirklich christlichen Ursprungs und gehen eher auf die Vermischung verschiedener Brauchtümer aus unterschiedlicher Herkunft und Alter zurück.
Im Kern kann man sagen, dass das Ei und der Hasen als Boten der wiedererweckten Natur nach dem Winter (auf der Nordhalbkugel) ansieht und dies dann mit der Wiederauferstehung Jesu verknüpft.

Es gibt keine Regeln wie Christen das Osterfest feiern. Karfreitag und der Ostermontag sind in vielen Ländern Feiertage - in Deutschland sind es gesetzliche Feiertage.
Die meisten christlichen Kirchen bieten an allen Feiertagen und am Ostersonntag Gottesdienste an. In den letzten Jahren hat sich ein Brauch bei vielen Christen etabliert den Ostermontag mit einem gemeinsamen Frühstück, oft zum Sonnenaufgang zu beginnen.
In einigen christlichen Kirchen wird eine Fastenzeit begangen, die an Aschermittwoch anfängt und am Donnerstag vor dem Karfreitag endet. Dies ist aber keine Pflicht, sondern ein Möglichkeit sich auf Ostern hin zu orientieren.
Normalerweise gibt es am Karfreitag kein Fleisch, sondern es wird auf Fisch zurückgegriffen. Ganz im Gegensatz zum Ostersonntag und -montag, wo es meist Festessen im Rahmen der Familie gibt.
Wie auch zu Weihnachten beschenkt man sich gegenseitig im Familienverbund.
Von Region zu Region gibt es vielfältige Brauchtümer zum Osterfest, das sprengt hier aber den Rahmen.

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